Psychologie der Massen

Gustave Le Bon gilt mit seiner Abhandlung über die „Psychologie der Massen“, die 1895 in Frankreich erschien, als Vater der Massenpsychologie.

Das Buch hat über die Jahrzehnte nichts von seiner Gültigkeit verloren.

Hier einige Zitate daraus:

In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht; an seine Stelle tritt das Bewusstsein einer rohen, zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft.

Der Erwerb unnützer Kenntnisse ist ein sicheres Mittel, einen Menschen zum Empörer zu machen.

Und was Staatsmänner anbelangt, so denken sie nicht daran, sie (die Masse) zu lenken, sondern suchen ihr nur zu folgen. Ihre Furcht vor der öffentlichen Meinung ist fast schon Schrecken und raubt ihrer Haltung jede Festigkeit.

Meistens sind die Führer keine Denker, sondern Männer der Tat. Sie haben wenig Scharfblick und könnten auch nicht anders sein, da der Scharfblick im Allgemeinen zu Zweifel und Untätigkeit führt. Man findet sie namentlich unter den Nervösen, Reizbaren, Halbverrückten, die sich an der Grenze des Irrsinns befinden.

Die Presse, die einstige Leiterin der öffentlichen Meinung, hat wie die Regierungen gleichfalls der Macht der Massen weichen müssen. Gewiss, besitzt sie noch eine bedeutende Macht, aber doch nur, weil sie lediglich die Widerspiegelung der öffentlichen Meinung und ihrer unaufhörlichen Schwankungen ist. Sie ist zum einfachen Informationsmittel geworden und hat darauf verzichtet, irgendwelche Ideen oder Lehren zu verbreiten. Sie geht allen Veränderungen des öffentlichen Geistes nach, sie ist dazu verpflichtet, weil sie sonst Gefahr läuft, durch die Maßnahmen der Konkurrenz ihre Leser zu verlieren.

„Wehe uns, wenn hier demnächst die Moscheen brennen, dann will es wieder keiner gewesen sein“

In dem Zeit-Artikel „Der Mann, der von der Lügenpresse kam“ berichtet Christian Bangel über den AfD-Sprecher Konrad Adam, der als Journalist schon lange vor Pegida die Angst vor der Islamisierung in der „FAZ“ und „Welt“ schürte. Zur Zeit erregt er mit seinem aktuellen „FAS“-Artikel „Wie die Christen schon einmal die Türken schlugen“ Aufsehen. Spiegel Online titelte „Die Glaubenskrieger sind unter uns“ und meinte:

Wie die „FAS“ einmal den Brandstifter als Biedermann auftreten ließ: Der AfD-Politiker Konrad Adam beschwört in einem Zeitungsartikel die Konfrontation mit dem Islam – und erweist sich dabei als Pegida-Vordenker.

und in dem Zeit-Artikel heißt es:

Die AfD kokettiert bis heute damit, als Anti-Establishment-Partei von der Presse systematisch ignoriert und falsch dargestellt zu werden. Dabei stand das, was die Pegida-Demonstranten und die AfD-Anhänger heute rufen, schon vor zehn Jahren in Adams Kommentaren von FAZ und Welt. „Lügenpresse“ ist also vielleicht das falsche Wort. Impulsgeber wäre treffender.

Der AfD-Politiker Konrad Adam wird nun also als Pegida-Vordenker und Impulsgeber bezeichnet. Doch Moslembashing und übertriebene Islamkritik wird schon lange auch vom Spiegel selbst und anderen etablierten Zeitungen betrieben. Hagen Rether zeigt das sehr schön im nachfolgenden (schon sieben Jahre alten) Video, wo er zum Schluss sagt: „Wehe uns, wenn hier demnächst die Moscheen brennen, dann will es wieder keiner gewesen sein.“