Kraftwerk mit „Tanzmusik“

Mark Zuckerberg will im Jahr 2015 alle zwei Wochen ein neues Buch lesen

Mark Zuckerberg hat auf Facebook angekündigt, im Jahr 2015 alle zwei Wochen ein neues Buch lesen zu wollen. Eine Facebookseite, wo man dann über die Bücher diskutieren kann, hat er auch angelegt: A Year of Books

Das erste Buch, das er 2015 lesen will, soll „The End of Power“ von Moisés Naím sein. Eine deutsche Übersetzung des Buches scheint es leider nicht zu geben.

Chefredakteur entschuldigt sich für Kameraschwenk über Katja Sudings Beine

Der Chefredakteur von ARD-aktuell und EinsExtra, Dr. Kai Gniffke, entschuldigt sich im Tagesschau-Blog für einen Kameraschwenk über die Beine die Hamburgs FDP-Frau Katja Suding auf der Bühne des Dreikönigstreffens vorzeigt.

Er schreibt:

Ich nehme an, der Kameraschwenk wurde von einem Menschen aus der Schule und der Geisteshaltung vergangener Jahrzehnte produziert, der diese Darstellung besonders apart fand. In jedem Fall aber, und dies ist mein selbstkritisches Fazit, hätten wir diese Einstellung in dem Beitrag beanstanden und austauschen sollen. Und das nicht, weil feministische Gäule mit mir durchgehen, sondern schlicht deshalb, weil diese Einstellung dazu angetan ist, einen Teil unserer Zuschauerinnen und Zuschauer zu empören.

„Es scheint unmöglich, die Periode des Wahnsinns einfach zu überspringen“

Ein lesenswertes Interview mit dem Stadtplaner Jan Gehl führte Harald Willenbrock für das Wirtschaftsmagazin brand eins.

Hier einige Zitate daraus:

Jan Gehl ist der Mann hinter dem Boom seiner Heimatstadt Kopenhagen, dem Umbau Moskaus und der Wiederbelebung Manhattans. Früher wurde er belächelt. Heute gilt er als einer der einflussreichsten Stadtplaner der Welt. Dabei stellt er nur eine einfache Frage: Wie wollen wir eigentlich leben?

brand eins: Herr Gehl, woran erkennt man die Lebensqualität einer Stadt?
Jan Gehl: Es gibt einen sehr simplen Anhaltspunkt. Schauen Sie, wie viele Kinder und alte Menschen auf Straßen und Plätzen unterwegs sind. Das ist ein ziemlich zuverlässiger Indikator. Eine Stadt ist nach meiner Definition dann lebenswert, wenn sie das menschliche Maß respektiert. Wenn sie also nicht im Tempo des Automobils, sondern in jenem der Fußgänger und Fahrradfahrer tickt. Wenn sich auf ihren überschaubaren Plätze und Gassen wieder Menschen begegnen können. Darin besteht schließlich die Idee einer Stadt.

Über Jahrhunderte wuchsen Städte in einem langsamen, kontinuierlichen Prozess. Jeder war zu Fuß auf der Straße und im gleichen 5 km /h-Tempo unterwegs, die Wege waren überschaubar und die Straßen schmal und abwechslungsreich. Mit dem Wirtschaftswunder änderte sich das radikal. Autos eroberten unsere Straßen, das Durchschnittstempo beschleunigte sich auf 60 km /h, aus Stadt- wurde Verkehrsplanung. Niemand machte sich Gedanken über die Konsequenzen des Modernismus. Heute wissen wir: Um das Leben in einer Stadt zu ersticken, gibt es keine effizienteren Mittel als Autos und Wolkenkratzer.

Jan Gehls Buch „Städte für Menschen“ erscheint im Januar 2015 im Jovis Verlag, es umfasst 288 Seiten und kostet 32 Euro.

Der Film „The Human Scale“ aus dem Jahr 2013 von Andreas M. Dalsgaard porträtiert den Städteplaner Jan Gehl.

Kurzbeschreibung des Films:
Seit über 40 Jahren steht für den Architekten und Städteplaner Jan Gehl das Leben der Menschen in Großstädten im Mittelpunkt seiner visionären und revolutionären Arbeit. Jan Gehl und seine Kollegen haben es sich zur Aufgabe gemacht, neues Leben in die Innenstädte zu bringen, sie wieder lebenswert zu machen. Ihre Städteplanung zielt auf die Optimierung der Beziehung zwischen gebauter Umwelt und der Lebensqualität ihrer Bewohner. Sie wollen die Großstädte vor der Überflutung durch Autos bewahren, Platz für Fußgänger und Fahrradfahrer schaffen, öffentliche Plätze „zurückerobern“. Prominente Beispiele dafür sind die Fußgängerzone und die Fahrradwege in Kopenhagen, die Wiederbelebung der Innenstadt von Melbourne, die Fußgängerbereiche mit Sitzgelegenheiten auf dem Times Square in New York, der Wiederaufbau nach einem Erdbeben der Innenstadt von Christchurch, Neuseeland, in enger Zusammenarbeit mit den Bewohnern, die Millionenstädte Chongqing in China und Dhaka in Bangladesch – der nachhaltige Ansatz Jan Gehls und der Architekten, die seinem Weg folgen, veränderten diese Innenstädte merklich zu Gunsten ihrer Bewohner.

Pressezitate zum Film:
„Ein beeindruckendes, lustiges und mitreißendes Plädoyer für eine grünere, ruhigere, nettere Stadt – mehr Kopenhagen und weniger Los Angeles.“ (Süddeutsche Zeitung)
„Nach diesem Film geht man mit anderen Augen durch die Stadt.“ (Szene Hamburg)
„Sehenswert – ein Plädoyer für lebenswerten öffentlichen Raum.“ (TIP Berlin)
„Ein beeindruckender Dokumentarfilm über die Möglichkeiten der modernen Stadtplanung“ (Nido)

DVD „The Human Scale“ kaufen

„Wehe uns, wenn hier demnächst die Moscheen brennen, dann will es wieder keiner gewesen sein“

In dem Zeit-Artikel „Der Mann, der von der Lügenpresse kam“ berichtet Christian Bangel über den AfD-Sprecher Konrad Adam, der als Journalist schon lange vor Pegida die Angst vor der Islamisierung in der „FAZ“ und „Welt“ schürte. Zur Zeit erregt er mit seinem aktuellen „FAS“-Artikel „Wie die Christen schon einmal die Türken schlugen“ Aufsehen. Spiegel Online titelte „Die Glaubenskrieger sind unter uns“ und meinte:

Wie die „FAS“ einmal den Brandstifter als Biedermann auftreten ließ: Der AfD-Politiker Konrad Adam beschwört in einem Zeitungsartikel die Konfrontation mit dem Islam – und erweist sich dabei als Pegida-Vordenker.

und in dem Zeit-Artikel heißt es:

Die AfD kokettiert bis heute damit, als Anti-Establishment-Partei von der Presse systematisch ignoriert und falsch dargestellt zu werden. Dabei stand das, was die Pegida-Demonstranten und die AfD-Anhänger heute rufen, schon vor zehn Jahren in Adams Kommentaren von FAZ und Welt. „Lügenpresse“ ist also vielleicht das falsche Wort. Impulsgeber wäre treffender.

Der AfD-Politiker Konrad Adam wird nun also als Pegida-Vordenker und Impulsgeber bezeichnet. Doch Moslembashing und übertriebene Islamkritik wird schon lange auch vom Spiegel selbst und anderen etablierten Zeitungen betrieben. Hagen Rether zeigt das sehr schön im nachfolgenden (schon sieben Jahre alten) Video, wo er zum Schluss sagt: „Wehe uns, wenn hier demnächst die Moscheen brennen, dann will es wieder keiner gewesen sein.“