Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach

Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach ist ein schwedischer Film aus dem Jahr 2014 von Roy Andersson. Die Premiere des Films fand bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig statt, wo der Film mit dem Goldenen Löwen als Bester Film ausgezeichnet wurde. Der Filmtitel bezieht sich auf das Gemälde Die Jäger im Schnee von Pieter Bruegel dem Älteren aus dem Jahr 1556. Das Bild zeigt eine ländliche Winterszene mit einigen Vögeln, die auf den Ästen der Bäume sitzen. Andersson bemerkte dazu, dass er sich vorstelle, wie die Vögel die Szenerie beobachten und sich über das Treiben der Menschen wundern. In Deutschland startete der Film am 1. Januar 2015 in den Kinos.

„Es scheint unmöglich, die Periode des Wahnsinns einfach zu überspringen“

Ein lesenswertes Interview mit dem Stadtplaner Jan Gehl führte Harald Willenbrock für das Wirtschaftsmagazin brand eins.

Hier einige Zitate daraus:

Jan Gehl ist der Mann hinter dem Boom seiner Heimatstadt Kopenhagen, dem Umbau Moskaus und der Wiederbelebung Manhattans. Früher wurde er belächelt. Heute gilt er als einer der einflussreichsten Stadtplaner der Welt. Dabei stellt er nur eine einfache Frage: Wie wollen wir eigentlich leben?

brand eins: Herr Gehl, woran erkennt man die Lebensqualität einer Stadt?
Jan Gehl: Es gibt einen sehr simplen Anhaltspunkt. Schauen Sie, wie viele Kinder und alte Menschen auf Straßen und Plätzen unterwegs sind. Das ist ein ziemlich zuverlässiger Indikator. Eine Stadt ist nach meiner Definition dann lebenswert, wenn sie das menschliche Maß respektiert. Wenn sie also nicht im Tempo des Automobils, sondern in jenem der Fußgänger und Fahrradfahrer tickt. Wenn sich auf ihren überschaubaren Plätze und Gassen wieder Menschen begegnen können. Darin besteht schließlich die Idee einer Stadt.

Über Jahrhunderte wuchsen Städte in einem langsamen, kontinuierlichen Prozess. Jeder war zu Fuß auf der Straße und im gleichen 5 km /h-Tempo unterwegs, die Wege waren überschaubar und die Straßen schmal und abwechslungsreich. Mit dem Wirtschaftswunder änderte sich das radikal. Autos eroberten unsere Straßen, das Durchschnittstempo beschleunigte sich auf 60 km /h, aus Stadt- wurde Verkehrsplanung. Niemand machte sich Gedanken über die Konsequenzen des Modernismus. Heute wissen wir: Um das Leben in einer Stadt zu ersticken, gibt es keine effizienteren Mittel als Autos und Wolkenkratzer.

Jan Gehls Buch „Städte für Menschen“ erscheint im Januar 2015 im Jovis Verlag, es umfasst 288 Seiten und kostet 32 Euro.

Der Film „The Human Scale“ aus dem Jahr 2013 von Andreas M. Dalsgaard porträtiert den Städteplaner Jan Gehl.

Kurzbeschreibung des Films:
Seit über 40 Jahren steht für den Architekten und Städteplaner Jan Gehl das Leben der Menschen in Großstädten im Mittelpunkt seiner visionären und revolutionären Arbeit. Jan Gehl und seine Kollegen haben es sich zur Aufgabe gemacht, neues Leben in die Innenstädte zu bringen, sie wieder lebenswert zu machen. Ihre Städteplanung zielt auf die Optimierung der Beziehung zwischen gebauter Umwelt und der Lebensqualität ihrer Bewohner. Sie wollen die Großstädte vor der Überflutung durch Autos bewahren, Platz für Fußgänger und Fahrradfahrer schaffen, öffentliche Plätze „zurückerobern“. Prominente Beispiele dafür sind die Fußgängerzone und die Fahrradwege in Kopenhagen, die Wiederbelebung der Innenstadt von Melbourne, die Fußgängerbereiche mit Sitzgelegenheiten auf dem Times Square in New York, der Wiederaufbau nach einem Erdbeben der Innenstadt von Christchurch, Neuseeland, in enger Zusammenarbeit mit den Bewohnern, die Millionenstädte Chongqing in China und Dhaka in Bangladesch – der nachhaltige Ansatz Jan Gehls und der Architekten, die seinem Weg folgen, veränderten diese Innenstädte merklich zu Gunsten ihrer Bewohner.

Pressezitate zum Film:
„Ein beeindruckendes, lustiges und mitreißendes Plädoyer für eine grünere, ruhigere, nettere Stadt – mehr Kopenhagen und weniger Los Angeles.“ (Süddeutsche Zeitung)
„Nach diesem Film geht man mit anderen Augen durch die Stadt.“ (Szene Hamburg)
„Sehenswert – ein Plädoyer für lebenswerten öffentlichen Raum.“ (TIP Berlin)
„Ein beeindruckender Dokumentarfilm über die Möglichkeiten der modernen Stadtplanung“ (Nido)

DVD „The Human Scale“ kaufen

Wir sind jung. Wir sind stark.

Offizieller deutscher Kino-Trailer zu dem Film „Wir sind jung. Wir sind stark.“
Kinostart: 22.01.2015
Filmdrama, DE 2015
Filmverleih: Zorro Film
Filmlänge: 123 Minuten
Regisseur: Burhan Qurbani
Darsteller: Devid Striesow, Jonas Nay, Trang Le Hong, Joel Basman, Saskia Rosendahl, Thorsten Merten u.a.

Rostock-Lichtenhagen 1992. In der verödeten Wohnsiedlung hängen die Jugendlichen herum und wissen nichts mit sich anzufangen. Tagsüber gelangweilt, harren sie der Nächte, um gegen Polizei und Ausländer zu randalieren. Auch Stefan (Jonas Nay), der Sohn eines Lokalpolitikers (Devid Striesow), streift mit seiner Clique ziellos durch die Gegend. Es brodelt, aber immer nur bis kurz vor dem Siedepunkt. Ohne Job und eine Aufgabe finden die Freunde immer nur sich selbst als Ziel kleinerer und großer Grausamkeiten.

Liebe ist austauschbar, Freundschaft und Loyalität sind nur Beiwerk einer aufgesetzten Ideologie. Auch Lien (Trang Le Hong) lebt mit ihrem Bruder und ihrer Schwägerin in der Siedlung, im sogenannten Sonnenblumenhaus, das von Vietnamesen bewohnt wird. Sie glaubt in Deutschland eine Heimat gefunden zu haben und will auch nach der Wende bleiben. Ihr Bruder dagegen plant die Rückkehr, weil er vor dem Hintergrund der wachsenden Anfeindungen um die Zukunft seiner Familie fürchtet.

„Wir sind jung. Wir sind stark.“ erzählt die Geschichte eines Tages, dem 24. August 1992, aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Menschen. Sie alle eint die Sehnsucht nach einer Heimat, Liebe und Anerkennung. Doch am Ende dieses Tages werden einige von ihnen um ihr Leben fürchten, während andere Molotow-Cocktails werfen und Interviews geben.

„Wir sind jung. Wir sind stark.“ zeigt, wie eine Gesellschaft vor den Augen der Weltpresse, in einer der schlimmsten Ausschreitungen der Nachkriegsgeschichte, moralisch gegen die Wand fährt.