Chefredakteur entschuldigt sich für Kameraschwenk über Katja Sudings Beine

Der Chefredakteur von ARD-aktuell und EinsExtra, Dr. Kai Gniffke, entschuldigt sich im Tagesschau-Blog für einen Kameraschwenk über die Beine die Hamburgs FDP-Frau Katja Suding auf der Bühne des Dreikönigstreffens vorzeigt.

Er schreibt:

Ich nehme an, der Kameraschwenk wurde von einem Menschen aus der Schule und der Geisteshaltung vergangener Jahrzehnte produziert, der diese Darstellung besonders apart fand. In jedem Fall aber, und dies ist mein selbstkritisches Fazit, hätten wir diese Einstellung in dem Beitrag beanstanden und austauschen sollen. Und das nicht, weil feministische Gäule mit mir durchgehen, sondern schlicht deshalb, weil diese Einstellung dazu angetan ist, einen Teil unserer Zuschauerinnen und Zuschauer zu empören.

„Wehe uns, wenn hier demnächst die Moscheen brennen, dann will es wieder keiner gewesen sein“

In dem Zeit-Artikel „Der Mann, der von der Lügenpresse kam“ berichtet Christian Bangel über den AfD-Sprecher Konrad Adam, der als Journalist schon lange vor Pegida die Angst vor der Islamisierung in der „FAZ“ und „Welt“ schürte. Zur Zeit erregt er mit seinem aktuellen „FAS“-Artikel „Wie die Christen schon einmal die Türken schlugen“ Aufsehen. Spiegel Online titelte „Die Glaubenskrieger sind unter uns“ und meinte:

Wie die „FAS“ einmal den Brandstifter als Biedermann auftreten ließ: Der AfD-Politiker Konrad Adam beschwört in einem Zeitungsartikel die Konfrontation mit dem Islam – und erweist sich dabei als Pegida-Vordenker.

und in dem Zeit-Artikel heißt es:

Die AfD kokettiert bis heute damit, als Anti-Establishment-Partei von der Presse systematisch ignoriert und falsch dargestellt zu werden. Dabei stand das, was die Pegida-Demonstranten und die AfD-Anhänger heute rufen, schon vor zehn Jahren in Adams Kommentaren von FAZ und Welt. „Lügenpresse“ ist also vielleicht das falsche Wort. Impulsgeber wäre treffender.

Der AfD-Politiker Konrad Adam wird nun also als Pegida-Vordenker und Impulsgeber bezeichnet. Doch Moslembashing und übertriebene Islamkritik wird schon lange auch vom Spiegel selbst und anderen etablierten Zeitungen betrieben. Hagen Rether zeigt das sehr schön im nachfolgenden (schon sieben Jahre alten) Video, wo er zum Schluss sagt: „Wehe uns, wenn hier demnächst die Moscheen brennen, dann will es wieder keiner gewesen sein.“