Überwachung

Wie ineffizient und sinnlos exzessive Internet-Überwachung zur Terrorbekämpfung  ist, sehen wir gerade in Frankreich.

Eine reflexhafte Debatte um die Vorratsdatenspeicherung, wie sie in Deutschland gerade wieder von der CSU begonnen wird, wird es in Frankreich nicht geben. Ebenso wenig wird man über Antiterrordateien sprechen, oder über Internetsperren für Terrorpropaganda ohne richterlichen Beschluss, einfach auf behördliche Anordnung an Internetprovider oder Firmen. Nicht etwa, weil das möglicherweise fundamentalen Prinzipien des Abendlandes wie der Meinungsfreiheit und Gewaltenteilung widerspräche, sondern weil Frankreich das alles längst hat.

Insofern ist es da nur auf zynische Art schlüssig, wenn Marine Le Pen jetzt die Wiedereinführung der Todesstrafe fordert. Noch mehr Internetkontrolle geht nicht, also beginnt die Suche nach anderen Methoden. Und die Debatte darüber erspart auch die Frage, welche der im Zuge der Antiterrorgesetze eingeführten Massnahmen Erfolg hatten, welche sich als sinnlos erwiesen haben – und wo man Kapazitäten verwendete, die an anderen Orten sinnvoller gewesen wären. Die Polizeistreife vor dem Gebäude von Charlie Hebdo etwa wurde abgezogen, die Absichten bekannter Extremisten wurden nicht erkannt, aber das Netz wird mit grossem Aufwand voll überwacht. Möglicherweise haben die Extremisten längst verstanden, dass sie mit einem flachen Profil im Netz einen grossen Teil der staatlichen Verfolgung einfach unterlaufen können. Ob ein Twitteraccount erreichbar ist, ist egal – getötet wird mit echten Kugeln, und verfolgt mit echter Polizeiarbeit.

via Don Alphonso

Psychologie der Massen

Gustave Le Bon gilt mit seiner Abhandlung über die „Psychologie der Massen“, die 1895 in Frankreich erschien, als Vater der Massenpsychologie.

Das Buch hat über die Jahrzehnte nichts von seiner Gültigkeit verloren.

Hier einige Zitate daraus:

In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht; an seine Stelle tritt das Bewusstsein einer rohen, zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft.

Der Erwerb unnützer Kenntnisse ist ein sicheres Mittel, einen Menschen zum Empörer zu machen.

Und was Staatsmänner anbelangt, so denken sie nicht daran, sie (die Masse) zu lenken, sondern suchen ihr nur zu folgen. Ihre Furcht vor der öffentlichen Meinung ist fast schon Schrecken und raubt ihrer Haltung jede Festigkeit.

Meistens sind die Führer keine Denker, sondern Männer der Tat. Sie haben wenig Scharfblick und könnten auch nicht anders sein, da der Scharfblick im Allgemeinen zu Zweifel und Untätigkeit führt. Man findet sie namentlich unter den Nervösen, Reizbaren, Halbverrückten, die sich an der Grenze des Irrsinns befinden.

Die Presse, die einstige Leiterin der öffentlichen Meinung, hat wie die Regierungen gleichfalls der Macht der Massen weichen müssen. Gewiss, besitzt sie noch eine bedeutende Macht, aber doch nur, weil sie lediglich die Widerspiegelung der öffentlichen Meinung und ihrer unaufhörlichen Schwankungen ist. Sie ist zum einfachen Informationsmittel geworden und hat darauf verzichtet, irgendwelche Ideen oder Lehren zu verbreiten. Sie geht allen Veränderungen des öffentlichen Geistes nach, sie ist dazu verpflichtet, weil sie sonst Gefahr läuft, durch die Maßnahmen der Konkurrenz ihre Leser zu verlieren.

Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach

Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach ist ein schwedischer Film aus dem Jahr 2014 von Roy Andersson. Die Premiere des Films fand bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig statt, wo der Film mit dem Goldenen Löwen als Bester Film ausgezeichnet wurde. Der Filmtitel bezieht sich auf das Gemälde Die Jäger im Schnee von Pieter Bruegel dem Älteren aus dem Jahr 1556. Das Bild zeigt eine ländliche Winterszene mit einigen Vögeln, die auf den Ästen der Bäume sitzen. Andersson bemerkte dazu, dass er sich vorstelle, wie die Vögel die Szenerie beobachten und sich über das Treiben der Menschen wundern. In Deutschland startete der Film am 1. Januar 2015 in den Kinos.

Auch das ist Liebe

„Auch das ist Liebe. Das ist vielleicht nicht das beste Silvester meines Lebens, aber dies ist halt auch ein Teil des Lebens. Einst saß ich auf deinem Schoß, jetzt ist es umgekehrt, meine kleine Nonna, ohne Scham und ohne Angst … um uns alle daran zu erinnern, dass das Leben gelebt werden muss und Schlachten geschlagen werden müssen.“

Es lebe der Witz!

Und je ernster die Lage, desto wichtiger der Humor. Komik schafft Distanz zu bedrückenden Ereignissen, sie erlaubt, uneigentlich über eigentlich Unerträgliches zu sprechen – und so den Schrecken zu bekämpfen. Sehr viele Komikunkundige, ob Islamisten, Rassisten oder deutsche Durchschnittsjournalisten, begehen meist den Fehler, einen Witz auf einen unkomischen, ernsten (und zumeist noch auf einem Mißverständnis beruhenden) Aussagekern herunterbrechen zu wollen. Die einen, weil sie den Witz auslöschen wollen; die anderen, weil sie glauben, Satire und Komik zu ernsten Themen sei nur angebracht, wenn sie „wertvoll“, „geistreich“ oder was auch immer ist.

via Titanic

Ich bin Charlie

Karikaturisten aus aller Welt trauern um die Macher von „Charlie Hebdo“. Sie zeichnen Cartoons, um ihre ermordeten Kollegen und die Pressefreiheit zu feiern.

 

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